Die Macht im Rollstuhl - was die Menschen in den USA der 70er Jahren erreichten

Alexander

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Die Macht im Rollstuhl - was die Menschen in den USA der 70er Jahren erreichten

Flashback in die Vergangenheit und doch könnte der Text heute für Deutschland passen – wer etwas ändern will, muss dafür kämpfen, auch in den USA war nicht immer alles perfekt und die Einwände der Verantwortlichen von damals klingen heute immer wieder in meinen Ohren.

Vielerorts hat man auch in Deutschland begriffen, dass eine inklusive Gesellschaft und eine barrierefreie Umgebung notwendig geworden ist, um den Herausforderungen der immer älter werdenden Gesellschaft zu begegnen. Denn Barrierefreiheit ist ein wesentlicher Bestandteil der Inklusion und erfordert einen fortwährenden Prozess, welcher von allen Beteiligten gelebt werden muss. Genau hier gilt es Lösungen zu finden, welche allen heute und auch in Zukunft gerecht werden.

Flashback in die Vergangenheit und doch könnte der Text heute für Deutschland passen – wer etwas ändern will, muss dafür kämpfen, auch in den USA war nicht immer alles perfekt und die Einwände der Verantwortlichen von damals klingen heute immer wieder in meinen Ohren. 

Vielerorts hat man auch in Deutschland begriffen, dass eine inklusive Gesellschaft und eine barrierefreie Umgebung notwendig geworden ist, um den Herausforderungen der immer älter werdenden Gesellschaft zu begegnen. Denn Barrierefreiheit ist ein wesentlicher Bestandteil der Inklusion und erfordert einen fortwährenden Prozess, welcher von allen Beteiligten gelebt werden muss. Genau hier gilt es Lösungen zu finden, welche allen heute und auch in Zukunft gerecht werden. 

Oft geht es nicht alleine und hier und da wird es auch nötig sein den Druck wie in den USA geschehen, auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Die USA hatte durch seine Kriegseinsätze sehr schnell eine gewaltige Anzahl an mobilitätseingeschränkter Menschen bekommen, aber lest einfach selbst, was vor 40 Jahren!! schon ein Thema war : 

Nachrichten: DER SPIEGEL- USA-vom 02.04.1979: 

Macht im Rollstuhl

35 Millionen behinderte Amerikaner wollen sich Anerkennung erstreiten. Schon gelten sie als eine der „aggressivsten politischen Aktionsgruppen des Landes“. Du kannst Dich nicht plötzlich in einen Schwarzen verwandeln oder in eine Frau. Aber zu uns kannst Du ganz schnell gehören, morgen schon.” 

Mit solchen Slogans wirbt eine amerikanische Minderheit um Verständnis, in der alle Rassen und Religionen, alle Altersgruppen und beide Geschlechter vertreten sind — die Behinderten. 35 Millionen gelähmte und blinde, taubstumme und amputierte US-Bürger wollen eingegliedert werden in die Gesellschaft. 

Zwar gibt die ihnen in manchen Städten bereits, was Behinderte etwa in Deutschland noch erträumen: In der Bundeshauptstadt Washington sind alle U-Bahn-Stationen mit Aufzügen für Rollstuhlfahrer ausgerüstet; in öffentlichen Gebäuden gibt es Rampen, an den Bordsteinkanten vieler Straßen einige Auffahrten. Fernsehgesellschaften senden Nachrichten für Taubstumme in Zeichensprache. 

Und ständig werden den Amerikanern Musterfälle von Behinderten-Rehabilitierung vorgeführt: Der blinde Ed Walker etwa moderiert allmorgendlich ein populäres TV-Unterhaltungs-Programm. Ein Querschnittsgelähmter ist der Held des Vietnam-Heimkehrerfilms “Coming home” (“Sie kehren heim”). Und der — auch in der Bundesrepublik bekannte — “Chef” löst seine Fernseh-Kriminalfälle vom Rollstuhl aus.

Doch schon für ihre mageren Errungenschaften haben die Behinderten in den USA kämpfen müssen. Nun wollen sie sich allgemeine Anerkennung erstreiten. Nach den Schwarzen und der Frauenbewegung, den Homosexuellen und den Alten “erscheinen die physisch Lind geistig Behinderten als eine der aggressivsten politischen Aktionsgruppen des Landes” (“The New York Times”). Schon ist “Wheelchair Power” (“Rollstuhl-Macht”) zu einem Begriff geworden. 

Die Macht zeigte sich erstmals nach dem Vietnam-Krieg, aus dem fast 490 000 Amerikaner als Krüppel oder mit Dauerschäden heimgekehrt waren. “Ich weigere mich, hinzunehmen, daß ich keinen Bus benutzen kann, weil ich beschloß, meinem Land im Krieg zu dienen”, erklärte John A. Lancaster, Präsident der “Gelähmten Veteranen Amerikas”. Behinderte besetzten aus Protest mehrere Regierungsbüros. 

Die Nixon-Regierung erließ bereits 1973 ein Rehabilitierungsgesetz, ohne daß eine Debatte im Kongreß nötig gewesen wäre. Der Kernsatz: “Keine ansonsten qualifizierte Person … darf aufgrund ihrer körperlichen Behinderung von der Teilnahme an Programmen und Aktivitäten ausgeschlossen sein, die staatliche finanzielle Unterstützung erhalten.” Schulen und Universitäten, Verkehrsbetriebe und Firnen hätten für Bedingungen zu sorgen, die eine Beteiligung von Behinderten ermöglichen.

Doch in der Praxis blieb das Gesetz unwirksam. Nun will Präsident Carter seine Anwendung durchsetzen und steht vor einem gewaltigen Finanzierungsproblem.  So erfordert allein die Umrüstung des öffentlichen Verkehrssystems in den großen Städten auf die Bedürfnisse der Behinderten acht Milliarden Dollar. Denn ein mit hydraulischem Heber für Rollstuhlfahrer ausgestatteter Bus kostet 50 000 Dollar extra. Die Umrüstung der New Yorker Metro für Behinderte würde 1,1 bis 1,9 Milliarden Dollar verschlingen.

Schon argumentieren Stadtväter und Regierungsbeamte, daß so hohe Ausgaben für eine so begrenzte Gruppe von Bürgern nicht zu rechtfertigen seien. Bin individueller Abholdienst für Hilfsbedürftige. wie er etwa in Boston und Miami existiert, käme weit billiger. 

Die Behinderten treten nicht mehr als bescheidene Bittsteller auf: Unter ihrem Druck verklagte das Justizministerium die Firma Everest & Jennings, den größten Rollstuhlhersteller der Welt, wegen überhöhter Gewinnspannen. Amerikas Bundesflugbehörde FAA verbot nach Intervention der Versehrten den US-Fluglinien, aus Terroristenfurcht Körperbehinderte, etwa Blinde mit Blindenstöcken, als Passagiere willkürlich abzulehnen.

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