Alexander

  • Admin
  • A
  • Team Member
  • T
Illustration über höhen der Beeinflussung bei Querschnitten

Geschichte der Querschnittslähmung

Die Geschichte der Querschnittslähmung ist eine Geschichte von Leid und Hoffnung, von Rückschlägen und Fortschritten, von Wissenschaft und Gesellschaft. Wir geben Dir einen kurzen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen zu geben, die die Situation von Menschen mit Querschnittslähmung im Laufe der Zeit geprägt haben.

Die ersten Berichte über Querschnittslähmung stammen aus der Antike, als Ärzte wie Hippokrates oder Galen versuchten, die Ursachen und Folgen von Rückenmarksverletzungen zu verstehen. Sie erkannten, dass die Lähmung von der Höhe und dem Ausmaß der Verletzung abhängt, und dass die Heilungschancen sehr gering sind. Die Behandlungsmöglichkeiten waren damals sehr begrenzt und bestanden meist aus Schienen, Verbänden oder chirurgischen Eingriffen, die oft mehr schadeten als nutzten.

 

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden Menschen mit Querschnittslähmung oft als Aussätzige, Hexen oder Strafgefangene angesehen. Sie wurden diskriminiert, ausgegrenzt oder verfolgt. Viele starben an Infektionen, Druckgeschwüren oder Komplikationen wie Blasen- oder Nierenentzündungen. Die medizinische Versorgung war kaum vorhanden oder basierte auf Aberglauben und Magie. Es gab nur wenige positive Beispiele von Menschen mit Querschnittslähmung, die trotz ihrer Behinderung ein erfülltes Leben führten, wie zum Beispiel der französische Philosoph und Mathematiker René Descartes, der nach einem Kutschenunfall teilweise gelähmt war.

Philosoph und Mathematiker René Descartes - Zitat:" Es gibt keine angeborene Vorstellung im menschlichen Geiste!"

Im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu einem Wandel in der Wahrnehmung und Behandlung von Menschen mit Querschnittslähmung. Dies lag zum einen an den Fortschritten in der Medizin und Technik, die die Überlebensrate und die Lebensqualität von Menschen mit Querschnittslähmung erhöhten. Zum Beispiel wurden Antibiotika, Blasenkatheter, Rollstühle, Prothesen oder Implantate entwickelt, die die Infektionsgefahr, die Mobilität und die Funktionalität von Menschen mit Querschnittslähmung verbesserten. Zum anderen lag dies an den sozialen und politischen Bewegungen, die die Rechte und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen forderten und förderten. Zum Beispiel entstanden nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg spezielle Rehabilitationszentren für Kriegsversehrte, die nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische und berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit Querschnittslähmung unterstützten. Außerdem entstanden nach dem Vorbild der Bürgerrechtsbewegung in den USA und anderen Ländern Selbsthilfe- und Interessenvertretungsgruppen von Menschen mit Behinderungen, die für ihre Gleichstellung, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit kämpften.

Viele sogeannte Kriegsversehrte in den Weltkriegen und kriegersichen Konflikte ist der medizinische und technische Fortschrift zu verdanken, der heute ein Leben mit einer Behinderung erst möglcih macht. Hier ein Selbstfahrrollstuhl aus der Zeit um den ersten Weltkrieg

Die Gegenwart und die Zukunft der Querschnittslähmung sind geprägt von Herausforderungen und Möglichkeiten, von Risiken und Chancen, von Realität und Vision. Die Zahl der Menschen mit Querschnittslähmung nimmt weltweit zu, vor allem aufgrund von Verkehrsunfällen, Gewalt oder Alterung. Die Situation von Menschen mit Querschnittslähmung variiert stark je nach Land, Kultur oder sozialem Status. Viele Menschen mit Querschnittslähmung haben immer noch keinen Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeit oder Freizeit. Die Forschung und Entwicklung von neuen Therapien und Technologien für Menschen mit Querschnittslähmung ist vielversprechend, aber auch umstritten. Zum Beispiel gibt es Experimente mit Stammzellen, Gentherapie, Neurostimulation oder Robotik, die das Potenzial haben, die Lähmung zu heilen oder zu lindern, aber auch ethische, rechtliche oder soziale Fragen aufwerfen.

Der Fortschritt macht es möglich - vom Rollstuhl in den Gang mit einem Exoskeltett

Wir hoffen wir konnten Dir einen einen Einblick in die Geschichte der Querschnittslähmung gegeben. 

Text: YouLife.Rocks

Bilder: Internet Titel “Der Querschnitt

Wenn du mehr erfahren möchtest, kannst du dir die folgenden Quellen anschauen:

•  Querschnittlähmung verstehen https://www.paraplegie.ch/de/wissen-forschung/wissen/querschnittlaehmun…

 

•  Querschnittlähmung – Wikipedia https://www.paraplegie.ch/de/wissen-forschung/wissen/wissen-ueber-quers…

 

•  Tretraplegie: Leben mit Querschnittslähmung https://www.familienleben.ch/leben/konflikte/tretraplegie-leben-mit-que…

 

•  René Descartes – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Querschnittl%C3%A4hmung

 

•  Die Geschichte des Harnwegskatheters https://www.der-querschnitt.de/archive/36372

 

•  Medizinische Publikation aus dem  Jahr 2013 https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/94190/9783033046405_ge…

 

•  Mit Behinderung in die USA https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/94190/9783033046405_ger.pdf;sequence=7


 

 

Dieser Artikel könnte dir auch gefallen...

Ulla Kulju – die schnelle Finnin – Motorradrennen mit dem Rollstuhl

Ulla Kulju - die schnelle Finnin - Motorradrennen mit dem Rollstuhl

Vor einigen Wochen, hatte ich eine netten Kontakt mit Ulla aus Finnland. Wir beide sind Motorrad – Verrückte die im Rollstuhl ihre Passion leben! Doch wo ich mit 3 Rädern im Gespann auf der Strasse unterwegs bin, setzt Ulla noch einen drauf und fährt Rennen mit einer nur ein klein wenig angepassten Rennmaschine. Nach ein zwei Sätzen und viel Lachen, war mit klar – ich muss Euch die schnelle Finnin und Ihre positive Welt mit einem Interview vorstellen!!
Bild zeigt Bildderrahmen mit verschiedenen Personen und Taxt "Alles im Blick?!"

Woche des Sehens startet Aktion zu Sehbehinderung in sechs deutschen Städten

In zwei Tagen beginnt die 21. Woche des Sehens, aber bereits heute startet eine ganz besondere Aktion. In sechs deutschen Städten werden vor bekannten Sehenswürdigkeiten jeweils drei große Bilderrahmen aufgestellt, in denen keine Bilder, sondern Folien stecken, die unterschiedliche Sehbehinderungen simulieren. Wer hindurchschaut, erhält einen Eindruck, wie Menschen mit Seheinschränkungen das jeweilige Bauwerk wahrnehmen.